Mit dem 11. Bulletin des Leseforums blicken wir auf ein ereignisreiches Jahr zurück: Da ist zuerst die PISA-Studie zu erwähnen, die weitherum die Gemüter erregt und den hochgemuten Glauben an die guten Lese- und Schreibfähigkeiten der Schweizer Schüler erschüttert hat. Zu einer differenzierenden Analyse dieses Befundes tragen in diesem Heft die Ausführungen von Katharina Leemann Ambroz, Christian Yerly, Barbara Sträuli und Joachim Güntner sowie das Interview von Christine Chenaux mit Pier-Angelo Neri vom BAK bei. Mehr
Daneben haben sich wie in den letzten Jahren zwei wichtige thematische Schwerpunkte ergeben: einerseits die Forschungsberichte zum besseren Verständnis und zur Behandlung von Lese-Rechtschreib-Schwäche (Erich Hartmann, Hennric Jokeit und Daniel Zahnd), andererseits die Fragen um Lesen und Schreiben im Medienzeitalter. Mit den rasch wachsenden Medienangeboten für Kinder und ihren Auswirkungen auf deren Lesefähigkeit und Konsumverhalten befassen sich die Studien von Florian Coulmas, Ulrich Saxer, Beat Suter, Traudl Bünger und Kurt Schöbi. Einen kaum bekannten historischen Blick auf den Humanisten Erasmus von Rotterdam und seine Ermahnungen zum Umgang mit Lektüre erschliesst der Aufsatz von Matthias Bickenbach.
Die wichtigen strukturellen und personellen Änderungen bei der Institution, die von Beginn an das Leseforum begleitet und unterstützt hat, würdigen Gerda Wurzenberger und Anna Katharina Ulrich: Das Schweizerische Jugendbuch-Institut ist während 25 Jahren von Rosmarie Tschirky mit grosser Umsicht geleitet und ausgebaut worden; ihre initiative Hilfe ist auch dem Leseforum stets zugute gekommen. Sie hat im Lauf des letzten Jahres den Zusammenschluss des Instituts mit dem Schweizerischen Bund für Jugendliteratur begleitet und nun im Sommer 2002 die Leitung des neu aus der Fusion hervorgegangenen Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien an Christine Holliger übergeben. Mit dem herzlichen Dank an Rosmarie Tschirky verbinden wir die Hoffnung, dass sie dem Leseforum weiterhin ihr Interesse und ihre Mithilfe erhalten wird.
Die Redaktion
Daniel Ammann, Barbara Helbling, Verena Rutschmann, Denise von Stockar