Als 1992 das erste Bulletin des «Leseforum» erschien, konnten wir kaum hoffen, dass es ein Jahrzehnt überleben würde und nun in seinem zwölften Jahr mit einer Reihe regelmässiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und einem respektablen Publikum rechnen kann. Das ist erfreulich, zeugt jedoch auch von der andauernden und zunehmenden Sorge um die Lesefähigkeiten der jungen Generation, die in unserer multimedialen Welt in besonderem Masse auf eine differenzierte Lesefähigkeit angewiesen ist. Mehr
Die Schwerpunktthemen für das Bulletin 2003 haben sich ohne unser Zutun aus der aktuellen Situation herauskristallisiert und stehen über die Sprachregionen der Schweiz hinweg auch in den Nachbarländern zur Diskussion: Beat Suter und Heinz Moser beobachten kritisch und sachkundig die Multimedia-Angebote für Kinder, während Andrea Bertschi-Kaufmann den aufschlussreichen Bericht zum Forschungsprojekt «Literalität im medialen Umfeld» vorlegt. Daneben zeigt die Studie von Esther Berner, Georg Bürchler und Martin Gehrig, dass schon 1771 die Zürcher Regierung die Lesefähigkeit der Schüler in ihrem ganzen Herrschaftsgebiet testen liess, weil Lesen mündig macht – damals wie heute: Anna Katharina Ulrichs Beitrag «Lesen und Gesellschaft» ist das moderne Gegenstück zum historischen Beitrag.
Regula Würgler-Zweifels Rückblick auf 30 Jahre Aufbautätigkeit in der Gemeindebibliothek Pfäffikon bringt die historische Perspektive in das Thema «Leseförderung» ein, zu dem Alfred Béguin, Ruth Fassbind und Jutta Kleedorfer aktuelle Projekte vorstellen, während Helene Schär und Res Leuschner die Leseprobleme fremdsprachiger Kinder ansprechen. Dieter Isler behandelt die Anforderungen, die Dyslexie als besonderes Leseproblem an die Schule stellt. Den komplizierten Weg von der Umsetzung des Schriftbilds in Laute, Wörter und Sätze bis zur sinnerfüllten Sprache zeigt Anna Katharina Ulrich – gleichsam im unerwartet sich ergebenden Dialog mit Pankraz Blesi, der verschiedene Formen des «Vorlesens» thematisiert.
Die Redaktion
Daniel Ammann, Barbara Helbling, Verena Rutschmann, Denise von Stockar