Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Archiv


Literalität – Entwicklungen in den letzten zehn Jahren

Im März 2010 erschien die erste Nummer der Zeitschrift leseforum.ch | forumlecture.ch | forumlettura.ch. Ein Jahr später, in der Nummer 1/2011 zum Thema «Literalität als Konzept», wurden die Potenziale und Grenzen dieses Konzepts kritisch diskutiert. Marielle Rispail beschrieb «littéracie» in ihrem Beitrag aus soziolinguistischer Perspektive als Handlungsfähigkeit der Individuen in vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten. In ihren weit gefassten Literalitätsbegriff schloss sie auch digitale Medien und Mehrsprachigkeit mit ein. Helmuth Feilke schlug aus der Position der Schreibforschung und Schreibdidaktik ein enger gefasstes Konzept vor. In seinem Beitrag skizzierte er zunächst drei Hauptdimensionen von Literalität als Kultur, Handlung und Struktur, um danach auf den Erwerb und die Förderung von Textfähigkeiten zu fokussieren. Thérèse Thévenaz-Christen diskutierte die beiden unterschiedlichen Zugänge mit Bezug auf Goodys «Technologien des Intellekts». Sie kam zum Schluss, dass der Literalitätsbegriff zwar wichtige Dimensionen schriftlicher Kommunikation ausschildere, aber (noch) nicht als gefestigtes wissenschaftliches Konzept verstanden werden könne. Mehr