Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Archiv


Literale Praktiken in familiären Kontexten

Beim Erwerb früher literaler Fähigkeiten spielen Schriftbegegnungen der Kinder im familiären Alltag eine wichtige Rolle. Die Eltern (und andere schriftkundige Bezugspersonen) können den Kindern in einem Enkulturationsprozess dabei helfen, allmählich mit der Welt der Schrift  vertraut zu werden und ihre Regeln immer besser zu verstehen. Dabei sammeln die Kinder beim gemeinsamen Lesen und Schreiben erste Erfahrungen, die sie später auch alleine nachvollziehen und so allmählich zu selbständigen LeserInnen und SchreiberInnen werden. Dieser Aneignungsprozess sichert und erweitert nicht nur ihr sprachliches Können und Wissen, sondern auch ihren affektiven Zugang zum Lesen und Schreiben. Mehr

  • Erzählen und Rollenspiel – zwei Sprechhandlungssituationen, die an Kinder im Vorschulalter hohe sprachliche, kognitive sowie soziale Anforderungen stellen und gleichzeitig eine große Faszination auf Kinder die-ser Altersgruppe ausüben. Der Beitrag stellt Ergebnisse aus dem Flensburger Projekt zum Erzählen und Rollenspiel dar und gibt einen Einblick in die Entwicklung und Erprobung einer forschungsbasierten sprachpädagogischen Förderkonzeption für den Elementarbereich. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den während der Erprobungsphase aufgetretenen Problemen und deren erfolgreicher Lösung durch die Einbindung von Schrift in die Konzeption.

    Weiterlesen im PDF (DE)
    Zur Detailseite des Artikels
  • Lese- und Schreibkompetenzen  entwickeln sich nicht nur im schulischen Rahmen. Es ist bekannt, dass literale Praktiken in der Familie Einfluss hat auf die Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenzen (vgl. Grossman, 2006; Frier, Grossmann, Pons, 2005). Zwar lernen die meisten Kinder in der Schule ohne grosse Schwierigkeiten lesen und entwickeln ihre Kompetenzen während der gesamten Schulzeit weiter, doch einzelne Kinder haben dabei mehr Schwierigkeiten: Die PISA-Studie hat gezeigt, dass es 15-Jährige gibt, die nicht problemlos lesen und schreiben können. Die Studie hat auf einige soziodemografische Faktoren hingewiesen, aber auch auf andere Aspekte wie das Engagement beim Lesen (Spass und Motivation) und den Einsatz bestimmter Strategien. In Genf wurde auf der Sekundarstufe I eine Längsschnittstudie über die Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenzen von «gefährdeten» Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren durchgeführt. Sie verweist auf sog. Resilienzfaktoren, die den Fortschritt dieser Schülerinnen und Schüler begünstigen können. Darunter fallen auch ausserschulische literale Praktiken (im weitesten Sinn) wie Gespräche mit Eltern und Peers: Sie können zur Entwicklung der Lese- und Schreikompetenzen beitragen, indem sie das Weltwissen fördern. Wir zeigen die Auswirkung dieser Faktoren auf die Lese- und Schreibkompetenzen und ihre Entwicklung.

    Weiterlesen im PDF (FR)
    Zur Detailseite des Artikels