Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Archiv


Digitale Perspektiven auf Literalität

Die aktuelle Diskussion rund ums digitale Lesen und Schreiben verdeutlicht, dass die besondere Beschaffenheit digitaler Texte auf Printmedien basierende Lese- und Schreibgewohnheiten nicht nur verändert, sondern auch eine Erweiterung des Spektrums literalen Handelns erfordert. So stellt beispielsweise der Umgang mit multimodalen, hypertextuell strukturierten Texten Lesende vor die Aufgabe, lineare Leseprozesse zu durchbrechen und Textinformationen aus Bild, Schrift und Ton zu verarbeiten und miteinander zu verbinden.

Die Digitalisierung verändert auch die herkömmliche Textproduktion. Hierarchieniedrige Schreibprozesse können durch die technischen Möglichkeiten digitaler Geräte entlastet werden. Das Schreiben mit Tastatur oder Touchscreen modifiziert Verschriftlichungsprozesse, was auch für die Verwendung von Diktierfunktionen gilt. Schreiben im digitalen Textraum schafft neue Formen der Kooperation und Kollaboration und erlaubt Schreibenden die Auseinandersetzung mit hybriden Textsorten.

In den Beiträgen der aktuellen Nummer 3/2021 des Leseforums werden unterschiedliche Aspekte digitalen Lesens und Schreibens beleuchtet. Mehr

  • Im Beitrag werden Ergebnisse des Forschungsprojekts „Sprachförderung im Kindergartenalltag in Dialekt und Standard unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit – SpriKiDS“ vorgestellt. Das Forschungsprojekt befasst sich u.a. mit der Frage, wie sich Dialekt und Mehrsprachigkeit auf den Schriftspracherwerb auswirken. Der Fokus des Beitrags liegt auf der vorschulischen Schriftverwen­dung und dem Orthographieerwerb von Kindern bis zum Ende des 1. Schuljahres (n=842). Dabei wurden die schrifterwerbsbezogenen Fähigkeiten der Kinder zu drei Zeitpunkten erhoben: zu Beginn des letzten Kindergartenjahres (MZP1), im späten Frühjahr des letzten Kindergartenjahres (MZP2) und zum Ende des ersten Schuljahres (MZP3). Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die in ihrem letzten Kindergartenjahr die Schrift noch nicht nutzen, in der HSP 1+ am Ende der ersten Klasse (hoch-)signifikant geringere Ergebnisse erzielen, als Kinder, die bereits zehn Monate vor der Einschulung einzelne Buchstaben oder Buchstabenreihen ohne Bezug zum Zielwort schreiben oder sogar über erste Phonem-Graphem-Korrespondenz-Regeln verfügen.

    Weiterlesen im PDF (DE)
    Zur Detailseite des Artikels