Seit 2009 ist das Erlernen von Slam in den Französischlehrplänen der Sekundarstufe I in Québec vorgeschrieben, obwohl es diese Tradition in Québec erst seit weniger als zehn Jahren gibt. Die Lehrpersonen haben also nach und nach das Hören von Slams oder das Anschauen von Performances in den Unterricht eingebaut, andere haben ihre Schülerinnen und Schüler sogar am Grand slam du secondaire teilnehmen lassen, einem Slamturnier zwischen den Schulen. Im Beitrag wird die Frage gestellt, welche textlichen und semantischen Merkmale in den Texten der Slamer-Schülerinnen und Schüler immer wieder vorkommen. Welche Themen werden bevorzugt? Welche Schreibverfahren werden am häufigsten angewendet? Womit sind ihre Slamperformances vergleichbar? Unsere Studie verfolgt drei Zielen: 1) Beschreibung der textuellen und semantischen Merkmale der Slamtexte der Schülerinnen und Schüler; 2) stimmliche und körperliche Merkmale ihrer poetischen Performances; 3) Verständnis der Verbindungen zwischen der Performance und den geschriebenen Texten. Unsere Analyse zeigt, dass die Slamperformance für Schülerinnen und Schüler ein Raum der Gestaltung und der Selbstbehauptung ist. Auch wenn die didaktische Verankerung des Genres noch nicht abgeschlossen ist, scheint uns angesichts des Lerneffekts seine didaktische Relevanz offensichtlich, wenn es darum geht, den Bezug der Schülerinnen und Schüler zur Schriftlichkeit zu verändern, eine bewusste mündliche Performance vorzubereiten und umzusetzen und individuelle und kollektive Wahrnehmung auszudrücken.
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