Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

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Wird Sprache auf beiden Seiten der Saane auf gleiche Weise vermittelt? Erste Erkundungen in den Lesebüchern des 19. und 20. Jahrhunderts

aus der Nr. 2023 | 2 zum Thema «Literalität und nachhaltige Entwicklung»

Bernard Schneuwly

Der Beitrag analysiert obligatorische Lesebücher von drei französisch- und deutschsprachigen Kantonen zu drei historischen Zeitpunkten (am Ende des 19. Jahrhunderts, in der Zwischenkriegszeit und am Ende 20. Jahrhunderts). Dabei wird die These untersucht, dass die Lesebücher in den beiden Kulturräumen unter-schiedliche Ziele verfolgen. Eine überblicksartige quantitative Analyse zeigt, dass zwischen den Zeiträumen und Regionen bedeutsame Unterschiede bestehen. Analysen der Makrostruktur der Werke sowie der in ihnen vertretenen Textsorten und AutorInnen bestätigen diesen Befund. Der Unterschied ist zwar nicht absolut, doch in der Tendenz folgen die Lesebücher in der Romandie eher einem kulturell ausgerichteten Modell des literarischen Lesens, während jene der Deutschschweiz vorwiegend der «Gesinnungsbildung» dienen.

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