In diesem Beitrag geht es aus einer historischen Perspektive um den Grammatikunterricht in der Primarschule und seine Bezüge zu einer anderen Komponente des Französischunterrichts, dem Aufsatzschreiben. Eine Korpusanalyse von Lehrwerken für den Grammatikunterricht, die in den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg zwischen 1845 und 1970 eingesetzt wurden, lässt zwei Prozesse erkennen, die stark miteinander verknüpft sind:
a) das Aufkommen des Aufsatzes im Verlauf der Herausbildung des Schulfachs Französisch und
b) die Veränderung der grammatischen Konzepte und Zugänge im Zusammenhang mit dem Aufkommen der funktionalen Linguistik (die den Satz als Sinneinheit versteht).
In Zuge dieser Entwicklungen wird die Beherrschung des Satzes zunehmend zu einem zentralen Ziel des Aufsatzunterrichts: Das Verfassen von Texten wird in erster Linie durch das Produzieren von Sätzen gelernt.
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