Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der multimodalen Konzeption von Sprache und erörtert die Frage, wie Kinder sprachhandeln, wenn man Lernen multimodal angeht.
Im Unterricht muss den verschiedenen kommunikativen Voraussetzungen für das multimodale Herstellen von Bedeutungen Rechnung getragen werden. Denn entsprechend konzipierter Unterricht stellt grundsätzliche Ressourcen fürs Sprach- und Fachlernen bereit.
Im vorliegenden Beitrag wird aufgezeigt, wie durch die Betrachtung von Sprache in ihrer Multimodalität schulisches Sprachlernen reflektiert werden kann (Abschnitt 1). Da Sprache sozial in der Kommunikation emergiert, werden alsdann verschiedene kommunikative Bedingungen beleuchtet. Dabei geht es um direkte Kommunikation bzw. um Interaktion einerseits, andererseits um zerdehnte Kommunikation bzw. um Sprachhandeln über Raum-Zeit-Grenzen hinweg (Abschnitt 2). Beide Kommunikationssituationen sind schulisch von Bedeutung, denn Unterricht strebt sprachliche und mithin literale Kompetenz als prominentes Lernziel an. Daher wird erörtert, wie das Sprachlernen und damit das Ko-Konstruieren bzw. das Konstruieren von Bedeutungen in den beiden Kommunikationssituationen funktioniert. Weil Schriftlichkeit im Lauf der Schulzeit zunehmend wichtig wird, fokussiert Abschnitt 3 besonders auf die zerdehnte Kommunikation und damit auf die Literalität. Anschliessend wird der Frage nachgegangen, welche Rolle die Multimodalität für das Herstellen von Bedeutungen hat. Exemplarisch veranschaulicht wird dies für Kindergarten und Primarschule anhand der Intervention aus der explorativen Studie «myPad multimodal» (Abschnitt 4).
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