Inwiefern kann dem Comic eine tendenziell männliche Leserschaft attestiert werden und inwieweit kann dieser für eine an Leseschwächen oder Geschlecht orientierte Leseförderung genutzt werden? Dazu werden im Beitrag rezeptionsseitig empirische und medienpädagogische Erkenntnisse sowie lesebiografische Beschreibungen zum geschlechtsspezifischen Lesen von Comics in Schule und Freizeit vorgestellt. Darüber hinaus wird die Gegenstandsseite in den Blick genommen, indem Geschlechterkonstruktionen und Autorschaft im Comic als möglicher konstitutiver Ausgangspunkt für die oben genannten Tendenzen identifiziert werden. Statt die (Re)-Medialisierung von Geschlechtsidentitäten in Comics zum Ausgangspunkt einer vermeintlich jungenspezifischen Leseförderung zu machen und damit die bildlich repräsentierte Geschlechterbinarität sowohl auf der Ebene der Lektürepraxis als auch auf der Ebene der Lektüreinhalte lesedidaktisch (institutionell) zu verschärfen, wird im Beitrag dafür plädiert, diese mit Lernenden zu reflektieren und/oder neue nichtbinäre lesedidaktische Wege zu gehen, die die hybride Medialität des Comics und die jüngsten Entwicklungen des Segments auf dem Markt angemessen berücksichtigen.
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