Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Redaktion von Schulbüchern im Tessin in den Händen von Autoren, die in ihren Texten ein idealisiertes, wesentlich aus männlicher Perspektive dargestelltes Frauenbild vermittelten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Inhalte der Lesebücher hauptsächlich auf die Knaben ausgerichtet. Anhand der Untersuchung der Entwicklung der Darstellungen von in Tessiner Schulbüchern werden verschiedene Fragen beleuchtet. Die Analyse zeigt einerseits die Entwicklung von Geschlechtsidentitäten im Lauf der Zeit und ihre Aneignung und Weitergabe durch Schulbuchautoren. Andererseits verdeutlicht sie, welche Rolle Frauen in der Gesellschaft zugeschrieben und im Leseunterricht vermittelt wurde.
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