Literale Praktiken wie das (richtige) Schreiben sind im Unterricht stets an verschiedene Dinge wie Schreibgeräte, Lehr-Lern-Materialien oder Schreibhefte gebunden – letztere sind Gegenstand dieses Beitrags. Den Massgaben der Grounded-Therory-Methodologie folgend, wurden teilnehmende Unterrichtsbeobachtungen, dokumentierte Artefakte des Unterrichts und problemzentrierte Interviews mit Lehrpersonen analysiert. Mit dem Gebrauch von Schüler*innenheften im Rechtschreibunterricht der Primarstufe wird ein erster Theoriestrang der Untersuchung erläutert und entlang eines empirischen Ankerbeispiels illustriert. Das Heft zeigt sich dabei als Arbeitsfläche, als Präsentationsfläche sowie als Sicherungssystem. Es lässt eine machtvolle Ordnung erkennen, die von den beteiligten Schüler*innen und der Lehrperson hervorgebracht wird, diese aber zugleich zur Einordnung des Geschriebenen auffordert. Als Artefakt der Schülerin/des Schülers gibt das Heft einen spezifischen Einblick in die Bearbeitung der fachlichen und sozialen Differenz und damit die Hervorbringung einer pädagogischen Ordnung im Rechtschreibunterricht.
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