Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

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Literalität in der Berufsbildung

Wer gut lesen und schreiben kann, ist in der Regel auch im Beruf erfolgreicher. Lehrstellensuchende mit gut verfassten Motivationsschreiben haben bessere Aussichten auf eine Stelle; Lese- und Schreibtests bei Bewerbungen sind keine Seltenheit mehr – auch für Berufe, die nicht mit besonders hohen Lese- und Schreibanforderungen verbunden sind.
Nicht alle Schülerinnen und Schüler aber sind auf die Lese- und Schreibanforderungen und die kommunikativen Situationen, die sie im Berufsfeld erwarten, ausreichend vorbereitet. Die aktuelle Nummer von Leseforum setzt sich mit Forschungsbeiträgen und Erfahrungsberichten mit diesen Befunden auseinander. Mehr

  • Durch den Unterrichtsbereich «Sprache und Kommunikation» hat der Sprachunterricht an den Berufsfachschulen mit dem bestehenden Rahmenlehrplan Allgemeinbildung seit 2006 einen eigenen Stellenwert. Sprache soll nicht mehr nur als Instrument der Verständigung, sondern als ebenbürtiger Lerngegenstand behandelt werden. Wie wird das umgesetzt? Wohin hat dies in den zurückliegenden bald acht Jahren geführt und wohin könnte es allenfalls weiterführen? Was ist aus dem früheren Sprachunterricht geworden: Sind die Inhalte des einstigen Faches «Deutsch» im Fach «Allgemeinbildung» aufgegangen? Mit welchen Konsequenzen? Welche Fördermassnahmen sind heute erforderlich und in welcher Art werden sie angeboten? Der Anteil der Lernenden ohne deutsche Muttersprache hat an den Berufsfachschulen stark zugenommen. Ähnlich ist die Situation in der berufsorientierten Weiterbildung und namentlich in der Nachholbildung bei den erwachsenen Lernenden. Die Herausforderungen sind vielfältig und erfordern oft individuelle Lösungen. Thesen und Optionen können der lösungsorientierten Diskussion dienen.

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  • In diesem Beitrag wird eine Ausbildungssequenz für Studierende des ersten Bachelorjahrs an der Pädagogischen Hochschule des Kantons Waadt vorgestellt. Ziel der Sequenz ist die vertiefte Auseinandersetzung mit Vygotskis Sprachpsychologie: Es geht um Schlüsselkonzepte wie die Unterscheidung von Alltagsbegriffen und wissenschaftlichen Begriffen, die psychischen Funktionen der Sprache, das Prinzip der Verallgemeinerung, die Zone der nächsten Entwicklung und die Beziehung von Unterricht und Lernen. Ausgangspunkt der Sequenz ist das Studium von Kapitel 6 in „Denken und Sprechen“ (Vygotski, 1934/1997). Der Beitrag beschreibt die verschiedenen Phasen dieser Textaneignung von der gemeinsamen Erarbeitung von Textstrukturen bis zu verschiedenen Schreibaktivitäten und wird illustriert von Produktionen der Studierenden. Aufgezeigt wird, wie die Dozierenden die Entwicklung der Studierenden fördern, indem diese sich eine Theorie zu eigen machen, die es ihnen erlaubt, die Arbeit der Lehrkraft zu hinterfragen.

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