Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Archiv


Lese- und Schreibunterricht aus historischer Sicht

Die Entstehung der modernen Schule geht auf das 19. Jahrhundert und die zunehmende Demokratisierung der Gesellschaft zurück und zeigt sich u.a. in der Zuständigkeit des Staates für Bildungsaufgaben und in der allgemeinen Schulpflicht. Im Kontext dieser Entwicklung wurde die Vermittlung von Lese- und Schreibfähigkeiten zunehmend in das Schulfach «Sprache» («langue maternelle») integriert.
Dabei war und ist der Unterricht in diesem Fach auf mehrere Ziele ausgerichtet: Das Erlernen der grundlegenden Kulturtechniken Lesen und Schreiben, die Aneignung von Werkzeugen für den Wissenserwerb in allen Fächern sowie die moralische, ideologische oder politische Bildung. Mehr

  • Der Artikel befasst sich mit Französisch-Schulbüchern, die an den Waadtländer Primarschulen im 19. Jahrhundert verwendet wurden, und mit ihren AutorInnen. Es wird untersucht, wie sich Schulfibeln («ouvrages élémentaires») während eines Jahrhunderts zu Lehrmitteln («manuels scholaires») entwickeln, die einen koordinierten Unterricht ermöglichen, vom Staat finanziert werden und allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen.
    Zudem wird herausgearbeitet, wie sich die Autorenschaft dieser Werke verändert: Um 1800 wurden sie noch von Freunden der Kindheit («amis de l'enfance») verfasst, später von Lehrpersonen und schliesslich von staatlich mandatierten ExpertInnen.
    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bilden sich dann die eigentlichen Schulbücher heraus, deren Inhalte segmentiert, didaktisiert und progressiv organisiert sind. Diese Entwicklungen der Werke und AutorInnen zeugen von der Didaktisierung des Französischunterrichts und seiner Herausbildung als Schulfach im 19. Jahrhundert.

    Weiterlesen im PDF (FR)
    Zur Detailseite des Artikels
  • In diesem Artikel wird die Geschichte des Erörterungsaufsatzes zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den 1960er-Jahren untersucht, der als schulische Übungsform für das Schulfach Französisch konstituierend war. Zunächst geht es darum, anhand von drei Aufsätzen, die für unterschiedliche Zeiträume exemplarisch sind, die historische Herausbildung einer schulischen Übungsform nachzuzeichnen. Danach wird untersucht, ob sich die Unterrichtsrede als Genre im Erörterungsaufsatz noch erkennen lässt, der sich von der mündichen Rede abgrenzt, dabei aber auch von ihr ausgeht.
    Es zeigt sich, dass in der französischen Schweiz die Rolle und die Funktion des Erörterungsaufsatzes aus einer jahrhundertalten Schultradition hervorgehen, deren Hauptakteure die Lehrpersonen sind.

    Weiterlesen im PDF (FR)
    Zur Detailseite des Artikels
  • Im Beitrag wird die Genese und Entwicklung des Schulfaches «Schulsprache» in der Romandie und der Deutschschweiz im Zeitraum von 1830 bis 1990 nachgezeichnet. Es zeigt sich dabei, dass sich die beiden kulturellen Kontexte in der Organisation und in Bezug auf die Ziele und Zwecke des Erstsprachunterrichts unterscheiden. Dies eröffnet ein weites Forschungsfeld, das im vorliegenden Text erst in Ansätze skizziert werden kann. In den Fokus werden die mittleren und oberen Stufen der Volksschule genommen und in Bezug auf drei Dimensionen dargestellt: a) Genese des Faches «Schulsprache» in zwei Sprachregionen der Schweiz in vergleichender Perspektive; b) Perioden der Entwicklung des Faches; c) mögliche Unterschiede zwischen den Sprachregionen in drei Teilgebieten des Faches: Grammatik, Lesen, Schreiben. Auf der Basis eines systematisch erhobenen Korpus von Lehrplänen unter Miteinbezug von Lehrmitteln (Lesebücher, Grammatiken) und über die während der Konstitution des Faches stattfindenden Diskurse in den Lehrerzeitschriften wird das Fach von zwei Standpunkten aus beschrieben: Es wird einerseits «äusseren» Ordnung analysiert, die Stellung und die Bedeutung des Faches «Schulsprache» in Bezug zu anderen Fächern. Andererseits soll auch die «innere» Ordnung, die sich auf die Organisation des schulischen Wissen innerhalb des Faches auf den Aufbau der Vermittlung der Inhalte und Fertigkeiten, auf ihre Gewichtung und Reihenfolge bezieht, in den Blick genommen werden. Die Studie zeigt grosse Ähnlichkeiten in der Genese und allgemeinen Entwicklung in beiden Sprachregionen, aber auch Unterschiede in der Ordnung des Wissens in den drei untersuchten Dimensionen. Die präsentierten Erkenntnisse sind im Kontext eines durch den Schweizerischen Nationalfonds geförderten Sinergia-Projektes zur «Transformation schulischen Wissens seit 1830» (CSRII1_160810) in Zusammenarbeit der Universitäten Zürich und Genf sowie der Pädagogischen Hochschulen FHNW, Tessin und Zürich entstanden.

    Weiterlesen im PDF (DE)
    Zur Detailseite des Artikels
  • Im Beitrag wird die Genese und Entwicklung des Schulfaches «Schulsprache» in der Romandie und der Deutschschweiz im Zeitraum von 1830 bis 1990 nachgezeichnet. Es zeigt sich dabei, dass sich die beiden kulturellen Kontexte in der Organisation und in Bezug auf die Ziele und Zwecke des Erstsprachunterrichts unterscheiden. Dies eröffnet ein weites Forschungsfeld, das im vorliegenden Text erst in Ansätze skizziert werden kann.
    In den Fokus werden die mittleren und oberen Stufen der Volksschule genommen und in Bezug auf drei Dimensionen dargestellt:
    a) Genese des Faches «Schulsprache» in zwei Sprachregionen der Schweiz in vergleichender Perspektive;
    b) Perioden der Entwicklung des Faches;
    c) mögliche Unterschiede zwischen den Sprachregionen in drei Teilgebieten des Faches: Grammatik, Lesen, Schreiben.
    Auf der Basis eines systematisch erhobenen Korpus von Lehrplänen – unter Miteinbezug von Lehrmitteln (Lesebücher, Grammatiken) – und über die während der Konstitution des Faches stattfindenden Diskurse in den Lehrerzeitschriften wird das Fach von zwei Standpunkten aus beschrieben: Es wird einerseits «äusseren» Ordnung analysiert, die Stellung und die Bedeutung des Faches «Schulsprache» in Bezug zu anderen Fächern. Andererseits soll auch die «innere» Ordnung, die sich auf die Organisation des schulischen Wissen innerhalb des Faches – auf den Aufbau der Vermittlung der Inhalte und Fertigkeiten, auf ihre Gewichtung und Reihenfolge – bezieht, in den Blick genommen werden. Die Studie zeigt grosse Ähnlichkeiten in der Genese und allgemeinen Entwicklung in beiden Sprachregionen, aber auch Unterschiede in der Ordnung des Wissens in den drei untersuchten Dimensionen.
    Die präsentierten Erkenntnisse sind im Kontext eines durch den Schweizerischen Nationalfonds geförderten Sinergia-Projektes zur «Transformation schulischen Wissens seit 1830» (CSRII1_160810) in Zusammenarbeit der Universitäten Zürich und Genf sowie der Pädagogischen Hochschulen FHNW, Tessin und Zürich entstanden.

     

    Weiterlesen im PDF (FR)
    Zur Detailseite des Artikels